© Kirchner Hundepsychologie CH-9108 Gonten
*unter Verhaltenstherapie verstehen wir keinesfalls eine medizinische Behandlung, sondern eine Verhaltensänderung durch Training und Gegenkonditionierung
Django     ist     ein     zweijähriger     kastrierter Schapendoes    Rüde.    Er    lebt    mit    seinem Halter   Ehepaar,   dem   erwachsenen   Sohn   und zweitweise   mit   der   erwachsenen   Tochter   und der   Oma   zusammen.   Das   „Rudel“   wohnt   in einem   Mehrfamilienhaus   mit   einem   grossen Garten.     In     der     Nähe     gibt     es     genug Auslaufmöglichkeiten in der Natur.
Er      stammt      von      einem      Züchter      aus Deutschland,    der    die    Schapendoes    Zucht aufgegeben    hat    und    nun    Pudel    züchtet. Django   war   der   letzte   seiner   Rasse   und   ein Jahr   als   er   zu   seiner   jetzigen   Familie   kam. Bis   zu   seiner   zehnten   Lebenswoche   wuchs   er aber      bei      seiner      Mutter      und      seinen Geschwistern   auf.   Bei   der   Abgabe   wirkte   er nicht     sehr     gepflegt     und     ängstlich.     Die Tatsache,   dass   er   seine   Junghundezeit   mit einem    Pudel-Welpen-Rudel    verbracht    hat, dürfte     sich     anfangs     auf     sein     Verhalten ausgewirkt haben. Das    beobachtete    Verhaltensproblem    war eine         blitzschnelle,         sehr         intensive Abwehraggression                      gegenüber Artgenossen.

Django

Ein holländischer Hütehund, ein

Schapendoes

 
Die   ursprüngliche   Funktion   eines   Hütehundes   wird   heutzutage   leider   sehr unterschätzt.   Da   ein   Hütehund   früher   mehrere   Stunden   am   Tag   an   der Herde    arbeitete,    ist    er    auch    heute    noch    extrem    arbeitsfokussiert. Hütehunde,    die    ausreichend    ausgelastet    werden,    sind    in    der    Regel verträgliche   und   ausgeglichene   Hunde,   die   kaum   Probleme   bereiten   und die mit Ihrer Gelassenheit den Menschen bestechen.
Was aber passiert, wenn diese Hunde „arbeitslos“ sind? Nicht jeder Mensch besitzt eine Schafherde oder kann Laufenten halten, an welchen der Hütehund seiner Arbeit nachgehen kann. Um einen angenehmen Begleiter im Hütehund zu finden, muss aber unbedingt gewährleistet sein, dass dieser Hund gefordert (nicht überfordert!) wird. Das Agilitytraining zweimal die Woche wird einen Hütehund nicht auslasten zweistündige Spaziergänge ebenso wenig. Auch bei der Ausbildung zum Rettungshund gibt es Tage, an denen kein Training stattfindet, an welchen ein solcher Hund aber ebenso beschäftigt werden möchte. Wichtig ist, eine körperliche als auch geistige Auslastung zu schaffen. Neben aktiven Beschäftigungsformen, wie beispielsweise Agility oder Treibball, gilt es unbedingt auch ruhigen Beschäftigungsformen, wie z.B. der Suche nach kleinen Gegenständen oder Fährtenarbeit nachzugehen Ballwerfen lastet den Hund zwar körperlich aus, hat jedoch meist leider zur Folge, dass sich aus diesem Hund ein Balljunkie entwickelt, mit welchem man kaum noch einer ruhigen Beschäftigungsform nachgehen kann. Um einen Hütehund auszulasten ist daher vom Mensch jede Menge Kreativität und Einsatz gefragt! Nicht nur in den ersten Lebensjahren des Hundes, sondern ein Hundeleben lang – eine Aufgabe, die es in sich hat. Aber auch neben der Beschäftigung dieser Hunde gibt es noch einiges mehr zu beachten. Hütehunde sind in der Kommunikation und der Körpersprache sehr sensibel! Nun kann man denken: Das bietet sich ja an, denn ich kann mit Hilfe feinster Gesten meinen Hunden dirigieren. Dies ist durchaus möglich und umsetzbar, jedoch muss auch immer die Kehrseite der Medaille gesehen werden. So rasch wie Hütehunde neue Tricks lernen, so rasch erlernen Sie auch unerwünschte Verhaltensweisen, sodass der Mensch diesen Hunden immer einen Schritt voraus sein muss. Hinzu kommt, dass auch der Mensch sich seiner eigenen Körpersprache sehr bewusst sein muss. Beugt man sich beispielsweise nach vorn, nur um die Schuhe zu binden, kann dies für einen Hütehund schnell bedrohlich wirken. Häufig gibt es hier Situationen, in denen der Mensch sich seinem eigenen Hund gegenüber bedrohlich verhält, ohne dies zu beabsichtigen. Kommt dies sehr häufig vor, ist es für einen solchen Hund natürlich unglaublich schwierig, Vertrauen zu eben diesem Menschen aufzubauen – wie auch, wenn sich dieser immer wieder auf ein Neues bedrohlich verhält.     Schapendoes Hinzu kommen ganz normale Alltagssituationen: Rennende Kinder, ältere Menschen – die vornüber gebeugt auf dem Spaziergang entgegenkommen oder auch nur Menschen, welche den Hund gerne begrüßen und streicheln möchten – für einen Hütehund kann all dies sehr schnell in Stress ausarten. Wer auf feinste Signale des Menschen reagieren muss, tut dies nicht nur bei seinem Menschen, sondern bei allen anderen Zweibeinern, die im Umfeld leben, sodass es hier recht schnell zu Kommunikationsmissverständnissen kommen kann. Ganz besonders wichtig ist daher, dass Hütehunde genau diese immer wieder kehrenden Reize bereits früh und ausreichend kennen lernen. Ebenso ist es aber unabdingbar, dass der Mensch lernt, auf die feinen Signale seines Hundes zu achten und lernt, diese zu lesen, um Stresssituationen ggf.  dementsprechend zu verändern, bzw. dem Hund in diesen die nötige Sicherheit vermittelt. Im Zusammenleben mit Hütehunden gibt es daher viel zu beachten. Ist das Wissen in den genannten Bereichen nicht ausreichend vorhanden, hat man Situationen falsch eingeschätzt, so entwickelt sich schnell ein Fehlverhalten des Hundes. Aufgrund der Sensibilität dieser Hunde gestaltet sich ein Training dann häufig als langwierig, da vor allem der Mensch sehr viel hinzulernen muss. Die Anforderungen an den Menschen, bei welchem ein Hütehund einziehen soll oder lebt, sind immens. Kommt man diesen Anforderungen nach, befasst man sich umfassend mit diesem vielfältigen Thema, kennt man sich mit der Kommunikation und Körpersprache der Vierbeiner aus, bzw. hat man ein geübtes Auge und kann diese gut lesen, so kann das Zusammenleben für Mensch und Hund eine wahre Bereicherung darstellen.
Der Hütehund
Australien Shepherd
Bobtail
Border Collie
Django mit seiner Familie
Wir    konnten    Django    und    seinen    Haltern helfen,   indem   wir   ihnen   demonstriert   haben wie   sie   ihrem   Hund   ihre   eigene   Souveränität zeigen   konnten   und   er   so   Vertrauen   fasst, dass   sie   alleine   ohne   seine   Hilfe   mit   einer möglichen    Bedrohung    durch    den    fremden Hund für das Rudel fertig werden können. Anfangs    nahmen    wir    die    Schleppleine    zu Hilfe,   doch   das   wichtigste   war   das   Training des   Abrufs,   um   Django   gar   nicht   erst   zu dem fremden Hund zu lassen. Danach    setzte    er    sich    brav    vor    seinen Halter,    der    ihn    beruhigen    und    für    sein richtiges Verhalten belohnen konnte. Wie    es    genau    geht    lernen auch        sie        bei        unseren Trainingstagen in Appenzell.
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© Kirchner Hundepsychologie CH-9108 Gonten
*unter Verhaltenstherapie verstehen wir keinesfalls eine medizinische Behandlung, sondern eine Verhaltensänderung durch Training und Gegenkonditionierung

Django

Ein holländischer

Hütehund, ein

Schapendoes

 
Django       ist       ein       zweijähriger kastrierter    Schapendoes    Rüde.    Er lebt    mit    seinem    Halter    Ehepaar, dem      erwachsenen      Sohn      und zweitweise    mit    der    erwachsenen Tochter    und    der    Oma    zusammen. Das      „Rudel“      wohnt      in      einem Mehrfamilienhaus        mit        einem grossen   Garten.   In   der   Nähe   gibt   es genug   Auslaufmöglichkeiten   in   der Natur.
Er   stammt   von   einem   Züchter   aus Deutschland,   der   die   Schapendoes Zucht     aufgegeben     hat     und     nun Pudel   züchtet.   Django   war   der   letzte seiner   Rasse   und   ein   Jahr   als   er   zu seiner   jetzigen   Familie   kam.   Bis   zu seiner   zehnten   Lebenswoche   wuchs er   aber   bei   seiner   Mutter   und   seinen Geschwistern   auf.   Bei   der   Abgabe wirkte    er    nicht    sehr    gepflegt    und ängstlich.    Die    Tatsache,    dass    er seine     Junghundezeit     mit     einem Pudel-Welpen-Rudel    verbracht    hat, dürfte      sich      anfangs      auf      sein Verhalten ausgewirkt haben. Das                               beobachtete Verhaltensproblem       war       eine blitzschnelle,         sehr         intensive Abwehraggression         gegenüber Artgenossen.
Django mit seiner Familie
Wir    konnten    Django    und    seinen Haltern    helfen,    indem    wir    ihnen demonstriert    haben    wie    sie    ihrem Hund     ihre     eigene     Souveränität zeigen   konnten   und   er   so   Vertrauen fasst,    dass    sie    alleine    ohne    seine Hilfe   mit   einer   möglichen   Bedrohung durch    den    fremden    Hund    für    das Rudel fertig werden können. Anfangs        nahmen        wir        die Schleppleine     zu     Hilfe,     doch     das wichtigste    war    das    Training    des Abrufs,   um   Django   gar   nicht   erst   zu dem fremden Hund zu lassen. Danach    setzte    er    sich    brav    vor seinen   Halter,   der   ihn   beruhigen   und für   sein   richtiges   Verhalten   belohnen konnte. Wie es genau geht lernen auch sie bei unseren Trainingstagen in Appenzell.
Border Collie
Der Hütehund
Die    ursprüngliche    Funktion    eines Hütehundes   wird   heutzutage   leider sehr   unterschätzt.   Da   ein   Hütehund früher   mehrere   Stunden   am   Tag   an der    Herde    arbeitete,    ist    er    auch heute               noch               extrem arbeitsfokussiert.    Hütehunde,    die ausreichend     ausgelastet     werden, sind   in   der   Regel   verträgliche   und ausgeglichene    Hunde,    die    kaum Probleme   bereiten   und   die   mit   Ihrer Gelassenheit        den        Menschen bestechen.
Australien Shepherd
Bobtail
Was   aber   passiert,   wenn   diese   Hunde „arbeitslos“ sind? Nicht jeder Mensch besitzt    eine    Schafherde    oder    kann Laufenten    halten,    an    welchen    der Hütehund    seiner    Arbeit    nachgehen kann.      Um      einen      angenehmen Begleiter    im    Hütehund    zu    finden, muss    aber    unbedingt    gewährleistet sein,    dass    dieser    Hund    gefordert (nicht überfordert!) wird. Das      Agilitytraining      zweimal      die Woche    wird    einen    Hütehund    nicht auslasten   zweistündige   Spaziergänge ebenso      wenig.      Auch      bei      der Ausbildung    zum    Rettungshund    gibt es    Tage,    an    denen    kein    Training stattfindet,    an    welchen    ein    solcher Hund      aber      ebenso      beschäftigt werden    möchte.    Wichtig    ist,    eine körperliche       als       auch       geistige Auslastung      zu      schaffen.      Neben aktiven    Beschäftigungsformen,    wie beispielsweise   Agility   oder   Treibball, gilt     es     unbedingt     auch     ruhigen Beschäftigungsformen,    wie    z.B.    der Suche    nach    kleinen    Gegenständen oder      Fährtenarbeit      nachzugehen Ballwerfen    lastet    den    Hund    zwar körperlich    aus,    hat    jedoch    meist leider     zur     Folge,     dass     sich     aus diesem        Hund        ein        Balljunkie entwickelt,   mit   welchem   man   kaum noch                einer                ruhigen Beschäftigungsform nachgehen kann. Um   einen   Hütehund   auszulasten   ist daher     vom     Mensch     jede     Menge Kreativität   und   Einsatz   gefragt!   Nicht nur in den ersten Lebensjahren des Hundes,     sondern     ein     Hundeleben lang   –   eine   Aufgabe,   die   es   in   sich hat.       Aber       auch       neben       der Beschäftigung   dieser   Hunde   gibt   es noch     einiges     mehr     zu     beachten. Hütehunde          sind          in          der Kommunikation            und            der Körpersprache    sehr    sensibel!    Nun kann   man   denken:   Das   bietet   sich   ja an,   denn   ich   kann   mit   Hilfe   feinster Gesten    meinen    Hunden    dirigieren. Dies     ist     durchaus     möglich     und umsetzbar,   jedoch   muss   auch   immer die    Kehrseite    der    Medaille    gesehen werden. So   rasch   wie   Hütehunde   neue   Tricks lernen,    so    rasch    erlernen    Sie    auch unerwünschte          Verhaltensweisen, sodass    der    Mensch    diesen    Hunden immer     einen     Schritt     voraus     sein muss.   Hinzu   kommt,   dass   auch   der Mensch       sich       seiner       eigenen Körpersprache     sehr     bewusst     sein muss.   Beugt   man   sich   beispielsweise nach    vorn,    nur    um    die    Schuhe    zu binden,      kann      dies      für      einen Hütehund   schnell   bedrohlich   wirken. Häufig    gibt    es    hier    Situationen,    in denen     der     Mensch     sich     seinem eigenen   Hund   gegenüber   bedrohlich verhält,   ohne   dies   zu   beabsichtigen. Kommt   dies   sehr   häufig   vor,   ist   es   für einen       solchen       Hund       natürlich unglaublich    schwierig,    Vertrauen    zu eben   diesem   Menschen   aufzubauen   wie    auch,    wenn    sich    dieser    immer wieder     auf     ein     Neues     bedrohlich verhält   Hinzu   kommen   ganz   normale Alltagssituationen:   Rennende   Kinder, ältere     Menschen     –     die     vornüber gebeugt      auf      dem      Spaziergang entgegenkommen     oder     auch     nur Menschen,    welche    den    Hund    gerne begrüßen   und   streicheln   möchten   für   einen   Hütehund   kann   all   dies   sehr schnell in Stress ausarten. Wer      auf      feinste      Signale      des Menschen   reagieren   muss,   tut   dies nicht     nur     bei     seinem     Menschen, sondern        bei        allen        anderen Zweibeinern,    die    im    Umfeld    leben, sodass     es     hier     recht     schnell     zu Kommunikationsmissverständnissen kommen     kann.     Ganz     besonders wichtig    ist    daher,    dass    Hütehunde genau   diese   immer   wieder   kehrenden Reize    bereits    früh    und    ausreichend kennen    lernen.    Ebenso    ist    es    aber unabdingbar,   dass   der   Mensch   lernt, auf   die   feinen   Signale   seines   Hundes zu   achten   und   lernt,   diese   zu   lesen, um           Stresssituationen           ggf.             dementsprechend   zu   verändern,   bzw. dem     Hund     in     diesen     die     nötige Sicherheit vermittelt. Im   Zusammenleben   mit   Hütehunden gibt   es   daher   viel   zu   beachten.   Ist das     Wissen     in     den     genannten Bereichen         nicht         ausreichend vorhanden,     hat     man     Situationen falsch     eingeschätzt,     so     entwickelt sich    schnell    ein    Fehlverhalten    des Hundes.    Aufgrund    der    Sensibilität dieser     Hunde     gestaltet     sich     ein Training   dann   häufig   als   langwierig, da   vor   allem   der   Mensch   sehr   viel hinzulernen muss. Die   Anforderungen   an   den   Menschen, bei welchem ein Hütehund einziehen soll   oder   lebt,   sind   immens.   Kommt man     diesen     Anforderungen     nach, befasst    man    sich    umfassend    mit diesem     vielfältigen     Thema,     kennt man   sich   mit   der   Kommunikation   und Körpersprache    der    Vierbeiner    aus, bzw.   hat   man   ein   geübtes   Auge   und kann   diese   gut   lesen,   so   kann   das Zusammenleben     für     Mensch     und Hund      eine      wahre      Bereicherung darstellen.
Schapendoes
Berger de Pyrénées
Bearded Collie
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